Umoza na Malawi

Partnerschaft mit Malawi

Heute können wir euch ein längeres Update geben; es ist sehr viel passiert in letzter Zeit! Wir wurden und sind einfach überwältigt von der unglaublichen Welle der Unterstützung, die uns von allen Seiten in dieser doch für alle Menschen schwierigen und außergewöhnlichen Zeit entgegenschlug – oder eher, die uns mitgetragen hat.  Das war eine für uns so positive Erfahrung des Zusammenhaltens und der Unterstützung, dass man es kaum in Worte fassen kann. Solidarität auch in schwierigen Zeiten mit den Menschen in Malawi!

Ein großes Dankeschön vorweg an alle, die uns in den letzten Wochen so viel Zuspruch und Vertrauen und positive Rückmeldungen entgegengebracht haben! Das ist einfach großartig!

Und nun folgt der versprochene Bericht, den man eher als eine wahre Erfolgsstory bezeichnen sollte. 🙂

Alles begann mit dem Hilferuf des Bischofs Martin Mtumbuka aus der Diözese Karonga, als die Covid 19-Pandemie auch Malawi erreichte. Marode wie das Gesundheitssystem dort ist, hat man einer Covid-19 Pandemie dort nichts entgegenzusetzen, außer kleine, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Daher wandte sich Bischof Martin Mtumbuka an uns, mit der Bitte um Unterstützung für dringend erforderliche Mininimal-Maßnahmen. Oberste Priorität hatte dabei die Aufrüstung eines Krankenwagens mit z.B. einem Beatmungsgerät, einer Liege, und einigen anderen technischen Ausrüstungen, aber auch Reifen und einer Batterie. Wer das liest, weiß: Mit einem Krankenwagen nach unseren Vorstellungen hatte das Gefährt vor seiner Umrüstung quasi gar nichts zu tun. 10.000 Euro wurden dafür benötigt und angefragt. Mit diesem aufgerüsteten Krankenwagen können dann auch Patienten über unwegsame „Straßen“ ins Krankenhaus gebracht werden – und haben zumindest eine Chance, dieses zu erreichen und behandelt zu werden. Ob Covid-19 oder nicht, dieser Krankenwagen wird auf jeden Fall Leben retten!

Zunächst haben wir den Hilferuf ans Bistum Paderborn weitergeleitet. Die Antwort von dort war, dass eine so große Anzahl von Anfragen vorliege, dass man nicht in der Lage sei, alle zu unterstützen. Gleichwohl: Es wurde uns direkt und ohne zu zögern eine Soforthilfe in Höhe von 2.000 Euro zugesagt. Weitere Gruppen und Institutionen erklärten sich auch sofort bereit, so dass wir bald schon einen Grundstock von 7.000 Euro hatten. Es fehlten also noch 3.000 Euro, um die Krankenwagen-Aufrüstung zusammen zu bekommen. …und damit geht unsere Erfolgsgeschichte der Solidarität weiter, oder fängt erst richtig an 🙂

Der spontane Spendenaufruf, den wir in die Zeitungen setzten, war auf geradezu unerklärliche Weise erfolgreich. Soviel Resonanz hatten wir noch nie zuvor. Etliche haben uns angerufen. Viele Spender  waren darunter, aus nah und fern, die einfach durch den Hilferuf berührt waren und spontan unterstützen wollten.

Erfolg auf ganzer Linie

Insgesamt sind für die Diözese in Karonga zur Unterstützung im Kampf gegen Covid-19 sage und schreibe 20.000 Euro zusammengekommen. Wir haben den Betrag in kürzester Zeit verdoppeln können! Das ist unglaublich und wir selbst können es kaum fassen. Damit können noch weitere dringend erforderliche Maßnahmen umgesetzt werden. Den Betrag haben wir vor einer Woche überwiesen. Bischof Mtumbuka hat inzwischen einen Budgetplan eingereicht, wozu das gesamte gespendete Geld eingesetzt wird. Wir werden das dann zu gegebener Zeit mit Fotos und Berichten hier veröffentlichen. Weitere aktuelle Infos sind auch auf unserer Facebook Seite und häufig auch in den Tageszeitungen und auch auf der Seite des Pastoralen Raumes am Ölbach unter Aktuelles zu finden.

Was den Krankenwagen angeht…

Die Arbeiten an dem Krankenwagen haben inzwischen begonnen. Innen wurde schon einiges aufgerüstet und die Arbeiten gehen weiter. Inzwischen hat er auch neue Reifen und eine neue Batterie. Außerdem konnten schon diverse Schutzmaterialien wie Handschuhe und Schutzanzüge beschafft werden. Im Bild unten rechts erhaten die Menschen vor Ort gerade Handschuhe, klinische Schutzmasken und Infrarot-Thermometer. Heute fand dazu sogar bereits eine Schulung statt, in der die Menschen angelernt wurden, wie sie die Thermometer verwenden können. Näher und Näherinnen aus den einzelnen Gebieten werden gerade angelernt, wie sie Behelfsmasken aus Stoff nähen können, um sich und die Menschen in Malawi auch im Alltag schützen zu können. Dank der wunderbaren Unterstützung können jetzt noch weitere dringend notwendige Materialien und Geräte angeschafft werden. Weitere Berichte folgen! Wir freuen uns riesig. All diese Maßnahmen werden Malawi unterstützen im Kampf gegen Covid-19.

Aus dem Hilferuf hat sich dann noch eine weitere tolle Aktion ergeben:

Die Schutzmaskenaktion

Unabhängig voneinander setzten sich zwei Frauen, Anneke Schinkel-Behrendt und Mechthild Heuking, mit uns in Verbindung, die bereits angefangen hatten, Schutzmasken für z.B. Altenheime zu nähen. Sie fragten an, ob sie für das Projekt nähen könnten. Wir haben den Kontakt zu Margret Vorbeck hergestellt, die vorher schon mal die Idee hatte, Schutzmasken aus afrikanischen Stoffen zu nähen. Die fleißigen Helferinnen nähen zwar jetzt nicht aus afrikanischen Stoffen, aber nicht weniger kreativ. Aus dieser Aktion sind inzwischen schon nahezu 4.000 Euro ins Projekt geflossen. Wir müssen uns wiederholen: Das ist unglaublich! Zwischenzeitig hatte sich auch eine vierte Näherin dazu gefunden und die Apotheke in Kaunitz hat angeboten, die Ausgabe unter der Woche für uns zu übernehmen. Und das mit großem Erfolg inzwischen. Unsere Damen nähen Akkord und es haben sich einige weitere bereit erklärt zu unterstützen. Und noch immer besteht eine große Nachfrage. Es ist für uns beinahe wie ein Wunder. Wir hatten schon etliche gute Aktionen, Spendenaufrufe etc., aber das hier, weder geplant noch in irgendeiner Form erwartet, schlägt alles.

So hat die Corona-Krise, bei all den negativen Schlagzeilen und den vielen traurigen Momenten des Verzichts und der Einschränkung, vielleicht auch eine Solidarität hervorgerufen, die Leben retten wird. In diesem Sinne beenden wir den Bericht mit einer afrikanischen Weisheit:

Wende dein Gesicht der Sonne zu und du lässt die Schatten hinter dir.

Also blicken wir gemeinsam Richtung Sonne und auf die positiven Dinge! Wir danken Ihnen und euch allen für eure Unterstützung und versprechen: Wir machen weiter! Helft ihr mit?! 🙂